VIVA Drogenberatung - Wo der Mensch zählt!
- blog820
- 8. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Im Wahlpflichtfach Psychologie und Philosophie besuchten wir die Drogenberatungsstelle VIVA in Klagenfurt. Dort erlebten viele Schüler:innen erstmal ein AHA-Erlebnis, denn hier steht nicht primär die Sucht oder der/die Süchtige im Vordergrund, sondern der Mensch mit seinen aktuellen Befürfnissen, Ängsten und Sorgen. Sucht wird nicht kriminalisiert, süchtige Menschen nicht stigmatisiert. Und so finden hier all jene Menschen einen sicheren Ort, die aufgrund ihrer Suchtthematik von der Gesellschaft ausgegrenzt werden.
Die Beratungsstelle VIVA bietet nicht nur psychosoziale, psychotherapeutische und psychiatrische Beratung und Betreuung, sondern ermöglicht Betroffenen viele Aktivitäten, wo das Miteinander und der Austausch gefördert werden und schrittweise ein drogenfreier Alltag erlebt werden kann. Neben Kreativworkshops gibt es hier auch ein Gartenprojekt, Bewegungsangebote, das VIVA-Café und die Klienten-Zeitung VIVA4you. Einmal in der Woche wird gemeinsam gekocht. So erleben betroffene Personen mit einem problematischem Opiatkonsum mit polyvalenten Konsummustern, Struktur, Sicherheit und Stabilität.
Ganz nach ihrem Motto: „Die Seele stärken, den Körper achten, Grenzen erarbeiten und Freude erleben!“
Sucht betrifft nicht nur eine Person allein, sondern verändert auch das Leben der Angehörigen. VIVA bietet für Freunde, Familienmitglieder und Partner:innen Angehörigengespräche an und unterstützt das soziale Umfeld mit der Suchtthematik. Hierbei geht es aber nicht um die Klient:innen, sondern um die Ängste, Sorgen, Wut, und Vorurteile der Mitbetroffenen.
Ein weiteres Angebot erstaunte die Schüler:innen sehr: Der Spritzentausch. Ja, das ist auch Drogenberatung, nämlich die Möglichkeit für Klient:innen ihr „Besteck“ sicher zu verwenden. Es geht um Schadensbegrenzung und die Vermeidung der Ansteckungsgefahr von Infektionskrankheiten und Minimierung von anderen gesundheitsgefährdenden Verletzungen durch gebrauchte Nadeln. Außerdem bringen Betroffene gebrauchtes Material zurück, das dann fachgerecht entsorgt werden kann.
Apropos Sicherheit: Einmal die Woche wird in der Drogenberatungsstelle VIVA ein Drug-Check durchgeführt. Hierfür können Betroffene ihre Droge überprüfen lassen und erhalten einen Laborprüfbericht über die Inhaltsstoffe der abgegebenen Substanz. Außerdem liegt dem Prüfbericht stets eine Substanzinformation bei und klärt über die Gesundheitsrisiken auf.
Niemand ist davor gefeit, aus einem genussvollen Konsum eine Suchtthematik zu entwickeln. Vor allem illegale Drogen wie Heroin, Kokain, Methamphetamin oder Fentanyl führen sehr schnell in die Abhängigkeit.
Um so wichtiger ist es, dass es niederschwellige Beratungsstellen wie die VIVA gibt, die Menschen dort abholen, wo sie gerade stehen und jene Unterstützung bieten, die sie gerade brauchen.




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