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Bundesolympiade Philosophie 2026 - Zwischen Denken und Erleben

  • vor 2 Tagen
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Aktualisiert: vor 18 Stunden


Vier Tage lang wurde Salzburg zum Ort intensiven Nachdenkens und lebendigen Austauschs. Im Rahmen der österreichischen Philosophie-Olympiade 2026 trafen SchülerInnen aus ganz Österreich, der Schweiz und Südtirol im Bildungshaus St. Virgil in Salzburg zusammen, um sich im Schreiben zu messen und Philosophie als gemeinsame Praxis zu erleben. Durch exzellente Platzierungen bei den vorangegangenen Landeswettbewerben konnten sich 30 Schüler:innen beim Bundeswettbewerb qualifizieren, darunter zwei Kärntnerinnen – eine Schülerin des BG/BRG Mössinger und ich.

Schon am ersten Abend kamen die Teilnehmer:nnen durch Kennenlernspiele rasch ins Gespräch und man merkte sofort, wie verbindend das gemeinsame Interesse an Philosophie ist. Auch die Lehrpersonen nutzten die Gelegenheit zum Austausch, wodurch sich von Beginn an ein gemeinsames Miteinander entwickelte, das die nächsten Tage prägte.

Am Montag stand das Essay-Schreiben im Mittelpunkt. Vier Stunden lang setzten sich die Teilnehmer:innen ausgehend von unterschiedlichen Zitaten mit grundlegenden Fragen auseinander, unter anderem mit dem Begriff der Freiheit bei Jean-Jacques Rousseau, und verfassten zu einem von fünf Zitaten einen argumentativen philosophischen Essay. Währenddessen nutzten die Lehrpersonen die Gelegenheit zur eigenen Weiterbildung, etwa bei Robert König zum Zusammenhang von sexueller Repression und autoritärer Gesellschaft. Der Nachmittag bot einen willkommenen Ausgleich: Beim „Flanieren und Sinnieren“ erkundeten die Teilnehmer:innen die Salzburger Altstadt und führten ihre Gedanken noch weiter.

Während am Dienstag die Essays von den Lehrpersonen in Gruppen bewertet wurden, nahmen die Schüler:innen an verschiedenen Workshops teil. Unter anderem gab Sonja Riegler Einblicke in aktuelle Debatten der Erkenntnistheorie und machte deutlich, dass Wissen nicht neutral ist, sondern mit verschiedenen Machtverhältnissen zusammenhängt.

Einen besonderen Höhepunkt bildete am Abend der Vortrag von Konrad Paul Liessmann, der im Rahmen seines Buches „Was nun?“ die Gegenwart als eine von Krisen geprägte Zeit beschreibt. Dabei geht es weniger um einzelne Krisenphänomene als um die grundlegende Frage, wie sehr unser Denken und Handeln insgesamt davon betroffen ist. Besonders eindrücklich war sein Verweis auf Nietzsche, der den Menschen nicht als bloßen „Registrierapparat“, sondern als ein Wesen beschreibt, das seine Gedanken aus Erfahrung, Leidenschaft und auch Schmerz hervorbringt. Gerade im Vergleich zu modernen Technologien wird deutlich, wie wesentlich diese menschliche Dimension des Denkens ist.

Den feierlichen Abschluss bildete schließlich die Siegerehrung am Mittwoch. Mit großer Spannung wurde das Ergebnis erwartet und der Siegeressay gelesen. Der Gewinnerin Elisa Bégin (BG Gallusstraße, Bregenz) sei an dieser Stelle herzlich gratuliert. Ich selbst belegte den 10. Platz von 30 Teilnehmenden. So gingen Tage zu Ende, die nicht nur vom Wettbewerb, sondern vor allem vom gemeinsamen Denken und Austausch geprägt waren.

Alexandra Gallob, 8A

 
 
 

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