"Traum in Wirklichkeit und Wirklichkeit in Traum"- Günther Domenig-Ausstellung - DIMENSIONAL

Aktualisiert: 24. Okt.




Die Klassen 7A und 7B haben im Zuge des BE-Unterrichts am 14.10.2022 die kärntenweite Ausstellung „Dimensional“ besichtigt, welche an insgesamt vier Standorten vertreten ist: im Museum Moderner Kunst Kärnten, Architektur-Haus Kärnten, Steinhaus, Heft/Hüttenberg.

Unter der Leitung von Frau Professor Shaqiri-Petritz besuchten wir die Ausstellungen im MMKK und Architektur-Haus Kärnten – jene spannen einen breiten Bogen über Günther Domenigs künstlerisches und architektonisches Werk.


Im MMKK erhielten wir einen näheren Einblick in Günther Domenigs architektonisches Schaffen, beispielsweise in das organische Gebilde „Mensa der Schulschwestern – Graz-Eggenberg“, gemeinsam mit Eilfried Huth, entstanden 1977. Verstanden wurde jenes Werk als ein großes Insekt, gleichsam wie eine überdimensionale surrealistische Raupenschale.


Von großem Interesse war auch das „Dokumentationszentrum am Reichsparteigelände in Nürnberg“, ein Projekt aus dem Jahr 2001. In dieser Konstruktion spiegelt sich die radikale Abwendung von der Ideologie der Eltern Domenigs und seiner Kindheit wider. Er entwickelte sich zu einer in jeder Beziehung nonkonformistischen Identität – als Person und auch als Architekt. Ein „Pfahl“ durchbohrt dabei den NS-Altbau und dient als zentrales Motiv. Entstanden ist der Architekturbau in Zusammenarbeit mit Gerhard Wallner.


Domenigs Lebenswerk ist das Steinhaus, eine Haus-Skulptur in Steindorf auf seinem privaten Ufergrundstück am Ossiacher-See. Es entstand und wuchs von 1986 bis 2008 aus Skizzen und Plänen und wurde in Beton und Stahl umgesetzt. 2012 wurde das Steinhaus unter Denkmalschutz gestellt. Inspiriert wurde der Architekt von bizarren, gebirgigen Gegenden, Bergen, Felsen und Stein einerseits und er verband diese Einflüsse auf der anderen Seite mit dem See, der offenen, weichen Landschaft. Beides waren Orte seiner Kindheitserinnerung.


Faszinierend war für uns auch das Domenig-Haus, bekannt als ehemalige Filiale der Zentralsparkasse (Favoritenstraße 118 in Wien-Favoriten), das Besuchern nun als Standort des türkischen Cafés „Kent“ offensteht. Die expressive Fassade aus gewölbten Edelstahlplatten, welche Domenig optisch ins „Weiche“ transformierte, sowie die künstlerisch gestaltete surrealistische Hand, welche sich über die ersten beiden Stockwerke zieht, stehen seit 2005 unter Denkmalschutz.


Zum Schluss entwarfen wir in kleinen Gruppen auf Grundlage der Auseinandersetzung mit einem seiner Werke „Elfchen“ -kurze Gedichte ohne Reime mit elf Worten. Nach der Führung folgte ein kurzer Workshop, bei dem wir mithilfe der Scherenschnitt-Technik einen architektonischen Entwurf gestalteten.


Unser zweiter Stopp war im Architektur-Haus, wo uns die ehemalige Kunststudentin Günther Domenigs, DI Christine Aldrian-Schneebacher, die Leiterin des „ARCHITEKTUR_SPIEL_RAUM_KÄRNTEN“, erwartete. Sie leitete uns durch den spannenden Workshop „Trans-Form“, bei dem wir uns an einer weiteren architektonischen Entwurfsmethode versuchen durften. An dieser Stelle möchten wir uns für den interessanten Workshop bei DI Christine Aldrian-Schneebacher herzlich bedanken!


Zu guter Letzt besuchten wir die Ausstellung der Architekturpionierin Margarethe Schütte-Lihotzky im Volkshaus. Als erste Frau in Österreich übte sie den Beruf der Architektin aus und baute 1921 mit Adolf Loos an der "Friedensstadt" in Lainz mit.

Unter den Architekten der Werkbundsiedlung (1930 bis 1932) war sie die einzige Frau. Mit der "Frankfurter Küche" setzte sie 1926 einen Markstein in der weltweiten Architekturgeschichte; jene gilt heute als Prototyp für alle Einbauküchen. Angepasst ist die Küche an kleinste Räume. Die Ausstellung war "klein, aber fein" und für uns alle äußerst interessant.


Der ganze Tag gab uns insgesamt einen guten Einblick in die Architektur und die Arbeit Günther Domenigs.

Eine nette und äußerst informative Abwechslung zum Schulalltag!


Maximilian Scheiber & Michael Maier








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